DER KONZERN
Stand: Januar 2017

Gefundenes Dokument
DK vom 15.01.2017, Heft 01, Seite 1 - 12, DK1226033
Der Konzern > Konzernrecht > Europarecht > Aufsatz

Europäisches Konzernrecht

– Retrospektive und Perspektiven –

Prof. Dr. Jessica Schmidt, LL.M.

Prof. Dr. Jessica Schmidt, LL.M., ist Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, deutsches, europäisches und internationales Unternehmens- und Kapitalmarktrecht (Zivilrecht I) an der Universität Bayreuth.

Das schon lange „tot“ geglaubte europäische Konzernrecht ist in den letzten Jahren auf die EU-Agenda zurückgekehrt. Der Beitrag gibt einen Überblick über die historische Entwicklung des europäischen Konzernrechts und die Perspektiven für seine Zukunft.

Artikel-Inhalt

  • I. Retrospektive
    • 1. Erste Ansätze für ein europäisches Konzernrecht
    • 2. Entwürfe für eine 9. (Konzernrechts-)RL
    • 3. Vorschläge des Forums Europaeum Konzernrecht
  • II. Status quo
    • 1. Status quo im nationalen Recht der Mitgliedstaaten
    • 2. Konzernspezifisches EU-Recht
  • III. Perspektiven
    • 1. Perspektiven für die Harmonisierung klassischer Konzernrechtsmaterien
    • 2. Die Konzerndimension des Entwurfs einer SUP-RL
    • 3. Regelungen zu Related Party Transactions in der Aktionärsrechte-RL
    • 4. Das konzernrechtliche Regelungskonzept des EMCA
  • IV. Resümee

I.Retrospektive

1. Erste Ansätze für ein europäisches Konzernrecht

In den sechs EWG-Gründungsstaaten war bereits in den 1950er und 1960er Jahren ein wachsendes wirtschaftliches Bedürfnis nach transnationalen Unternehmenskooperationen und -zusammenschlüssen zu verzeichnen. Prominente Vorreiter waren z.B. die Unternehmensverbindungen Grammophon-Philips Group (1962), Agfa-Gevaert (1964) oder VFW-Fokker N.V. (1969). Die Ermöglichung und Förderung grenzüberschreitender Unternehmenszusammenschlüsse war zudem von Anfang an auch ein wichtiges europapolitisches Desiderat. Dementsprechend wurden bereits in den 1960er Jahren verschiedene Projekte zur Ermöglichung bzw. Erleichterung internationaler Unternehmenszusammenschlüsse in Angriff genommen. Den Auftakt bildete der 1966 von einer Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des niederländischen Professors Pieter Sanders vorgelegte Vorentwurf eines SE-Statuts, der in Titel VII einen eigenen Abschnitt zum Konzernrecht enthielt. Dieser wurde – mit einigen Modifikationen

div
Der Volltext dieses Inhalts steht exklusiv Abonnenten zur Verfügung.
Version: rc-3.1.26831 (Handelsblatt Fachmedien_DK)
Top